Adapter für 9- und 7-polige Miniaturröhren-Sockel


Testsockel

  Kleine Helferlein für das Steckbrett


Oftmals sind es die kleinen Sachen, die das Bastlerleben einfacher machen ...

Wer ab und zu noch mit Röhren der E- und D-Serie experimentiert, der kennt die Probleme mit der Handverdrahtung der 7- oder 9-poligen Röhrensockel.
Irgendwie wird die Probeschaltung immer zu einem wirren Drahtverhau auf dem Basteltisch und die Ergebnisse des Experimentierens sind nicht reproduzierbar. Für eine noch nicht erprobte Schaltung eine Leiterplatte zu konstruieren ist ein Risiko, denn wenn es nicht auf Anhieb funktioniert (was der Normalfall sein dürfte), dann hat man seine Bastelzeit erfolglos verbracht.
Ein guter Kompromiss zum Ausprobieren von Röhrenschaltungen ist die Verwendung eines Steckbrettes, wie es auch für Probeschaltungen einfacher Schaltungen der NF- und Digitaltechnik verwendet wird. Lassen sich bedrahtete Subminiaturröhren, wie etwa DF61, DF668, EF732 oder die der russischen 1SH-Serie problemlos mit ihren langen Anschlußdrähten in einem Steckbrett verwenden, so ist das bei den weit verbreiteten Miniaturröhren der D- und E-Serie nicht der Fall. Hier sind Adapter erforderlich, die die Pins der Miniaturröhren an das 2,54 mm Raster des Steckbrettes anpassen.
Die verwendeten Stiftleisten erlauben in ihrem oberen Teil ein sehr einfaches Anklemmen von Meßleitungen in der aufgebauten Schaltung.

  Das Kontaktproblem

Versuche, die Aufnahme für die Stifte der Röhrensockel aus Einzelkontakten der Firma HARWIN H3185-01 nachzubilden, die direkt in die Leiterplatte des Adapters eingelötet wurden, verliefen trotz einer Lötlehre, bestehend aus einer elektrisch defekten Röhre, erfolglos. Spätestens beim Aufheizen der Röhren kam es zu mechanischen Spannungen zwischen den Stiften des Sockels, die zu Rissen im Glaskörper führten. Deshalb sind die Kontakte in einer Röhrenfassung für Röhren mit Preßglassockel "schwimmend" zu halten. Das haben schon unsere Vorfahren so gemacht. Ich verwendete letztlich in die Leiterplatte eingelötete vergoldete Kontakte von alten Zeibina-Buchsenleisten für 1 mm Rundstifte. Über ihre Länge erfolgt ein Ausgleich der mechanischen Spannungen im Röhrensockel und gleichzeitig eine geringere Erwärmung der Leiterplatte das Adapters.

Bild Harwin Kontakte
Harwin H3185-01
ungeeignet für
Röhrensockel
Bild Zeibina Leiste
Zeibinaleiste
als
Buchsenlieferant
Bild Adapter 7-pol
Adapter
7-polig
Bild Adapter 9-pol
Adapter
9-polig
Bild Stiftleisten
Stiftleisten
eckig und
rund

  Das Stiftproblem

Verwendet man Stiftleisten mit quadratischem Querschnitt der Stifte (0,64 mm²) so ist recht viel Kraft erforderlich, die 18 Stifte des 9-poligen Adapters gleichzeitig in die Klemmen des Steckbords einzudrücken. Ebenso ist ein Entfernen des Adapters nur durch Aushebeln mit einem Schraubendreher o. ä. möglich.
Ein Ausweg aus diesem Dilemma ist die Verwendung von Stiftleisten im 1,27 mm Raster, bei der jeder zweite Stift entfernt wird. Solche Stiftleisten haben gewöhnlich einen Stiftquerschnitt von nur 0,4 mm².

  Das Leiterbahnproblem

Adapter 7-pol Layout Adapter 9-pol Layout Ich habe 5 Leiterbahnen zwischen Pin 1 und Pin 7 (bzw. Pin 9) hindurchgeführt. Dadurch ist die Breite der Leiterbahnen begrenzt. Berücksichtigt man auch noch die maximale Spannung an der Röhre, so ist auch der Abstand zwischen den Leiterbahnen nicht beliebig klein zu wählen.
Als maximale Spannung für meine Röhrenexperimente verwende ich 250 V DC. Als Faustformel gilt: Leiterbahnabstand ist 300 V pro Millimeter. Bei einem Leiterbahnabstand von nur 0,2 mm wäre die maximal zu verwendende Spannung auf etwa 60 V begrenzt. Ich habe die DIN-Vorschriften bei der Konstruktion meines Adapters für den Labor-Einsatz also um mehr als das 4-fache überschritten. Ein Spannungsüberschlag zwischen den Leiterbahnen erfolgte bis jetzt noch nicht.
Wer sicher gehen will verzichtet auf die dünnen Leitungen und verringert den Durchmesser der Lötaugen.

Bei einer Leiterbahnbreite von 0,4 mm, einer Kupferdicke von 35 µm und einer Umgebungstemperatur von 20 C errechnet der im Programm Sprint-Layout vorhandene Leiterbahnrechner einen maximal zulässigen Strom von 1,28 A. Das ermöglicht auch die Verwendung von Röhren mit höherem Strombedarf für die Heizung, wie z.B. EL84 oder ECL86. Wer ganz sicher gehen will, der verzinnt die 0,4 mm breiten Leiterbahnen noch mit dem Lötkolben.


Links zu Sprint-Layout Dateien:

Experimentiersockel 7-polig

Experimentiersockel 9-polig